
Vor Kurzem war ein Vertreter einer alevitischen Gemeinde bei einer Podiumsdiskussion (unserem „SPOT“) eingeladen. Dabei ging es um Integration und nicht hauptsächlich um Religion. Deshalb haben wir mal nachgeforscht, was es eigentlich mit den Aleviten auf sich hat. Was sagen sie zur Religion?
Wer sind die Aleviten?
Die Glaubensgemeinschaft (die es vor allem in der Türkei gibt), vertritt die Ansicht, dass alle Religionen gleichwertig sind. Niemand ist verpflichtet, etwas bestimmtes zu tun oder zu glauben, aber es gibt Glaubensvorbilder aus ihrer Tradition. Kann man überhaupt verpflichtet sein, etwas zu glauben?

Woran glauben die Aleviten?
Aleviten glauben an den einen und einzigen Gott – und an das Göttliche in jedem Lebewesen. Deshalb soll man auch allen Lebewesen Respekt entgegenbringen. Und noch mehr: Sie sehen in allem, was um sie rum ist, das Göttliche; so zeigt sich Gott.
Und so wie die Christen zehn Gebote haben, haben die Aleviten ähnliche Regeln. Und man soll Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft üben und bescheiden sein. Aleviten sind außerdem gegen jegliche Gewalt.

Sind die Aleviten Muslime?
Die Aleviten sind in Deutschland als eigenständige Religionsgemeinschaft anerkannt; die meisten leben aber in der Türkei. Ihre Religion bezieht sich auf Ali, einen Schwiegersohn des Propheten Mohammed. Sie teilen aber die meisten muslimischen Traditionen nicht.
Männer und Frauen haben den gleichen Stellenwert. Alle Menschen sind gleichwertig und sollen daher friedlich zusammenleben, Konflikte sollen durch Gespräche verhandelt werden. Das Ziel ist nicht das Paradies, sondern ein gutes Leben hier auf der Erde. Wenn man sich mal näher mit dem Islam beschäftigt, kann man da schon einige wesentliche Unterschiede entdecken …
Die Aleviten sind nicht zu verwechseln mit den Alawiten. Diese leben hauptsächlich in Syrien, ein kleiner Teil auch im Libanon. Die alawitische Lehre wird nur Männern vermittelt…
Ein kurzes und sehr informatives Video dazu gibt es auf evangelisch.de.



























