
„Eischoa“ – ihr Nachname bedeute auf Aramäisch – ihrer Muttersprache – etwa so viel wie „Jesus“, erzählt Jenan. Die gebürtige Irakerin lebt seit dem Jahr 2000 in Deutschland. Doch nicht nur ihr Name verbindet sie mit dem christlichen Glauben, denn sie betont: „Ich bin stolz, katholisch zu sein.“
Seit vielen Jahren engagiert sich Jenan in Hof, erst als Schulbegleiterin (Förderung von Grundschulkindern und Familien), später beim Projekt „Stadtteilmütter“ im Bahnhofsviertel. Heute ist sie aktiv beim internationalen Kochtreff „Über den Tellerrand“ und gibt einen kleinen Deutschkurs für arabische Frauen.

Außerdem hat sie vor einigen Jahren die Ausbildung als Sprach- und Kulturmittlerin in unserem Projekt „Gecko“ gemacht und hilft noch jetzt aus, wenn zum Beispiel bei TAFF (Therapeutische Angebote für Flüchtlinge) jemand zum Übersetzen gebraucht wird. Oder vielleicht auch nur zum gegenseitigen Sich-Verstehen, denn es geht bei diesen Kontakten eben oft nicht nur um Sprache, sondern um ganz unterschiedliche Voraussetzungen im Denken und den Traditionen hier und im Herkunftsland der Geflüchteten.
Doch bei allem Engagement: Eigentlich sucht Jenan schon lange wieder einen Job. Eine Zeit lang hat sie als Verkäuferin gearbeitet. Das würde sie gern wieder machen, auch wenn sie dafür leider kein „Papier“ hat, also keine Ausbildung. Aber sie wirft stattdessen ihre Lebenserfahrung „zwischen den Welten“ und als vierfache Mutter in die Waagschale.
„Was ich nicht konnte, sollten meine Kinder erreichen“, unterstreicht Jenan. Alle vier Kinder studieren oder arbeiten in ihrem Beruf. Jenans ganze Geschichte gibt es im aktuellen ProHof Magazin (Seite 7).
(cs)
