Was vom Hofer Klarissenkloster noch übrig ist

Klosterstraße, Klostertor, ehemaliges Gefängnis: Zumindest viele Hofer dürften es kennen. Aber wo war zum Beispiel die Kirche der Nonnen und was kann man vom ehemaligen Frauenkloster heute noch entdecken?

Ansicht eines Teils des ehemaligen Klarissenklosters vom Klostertor aus gesehen

Das Klarissenkloster bestand bis 1564, dann kam es in den Besitz des Landesfürsten. Die Gebäude dienten als Getreidelager, später als Salzmagazin und bis 1975 als Gefängnis. Danach standen die Gebäude leer und verfielen, bis sie 1986 vom Diakonische Werk erworben wurden.

Die Löcher der Gitterstäbe des früheren Gefängnisses sind noch gut zu erkennen

Zwei Flügel der Anlage sind heute noch erhalten. Bei der Sanierung der beiden historischen Gebäudeteile mussten nicht nur Balken erneuert und Fundamente ausgetauscht sondern auch Mauern entfeuchtet, der Hausschwamm bekämpft und die Statik der Gewölbe gesichert werden. Der Westflügel an der Lessingstraße, der 1896 für das Gefängnis errichtet worden war, wurde 1986 abgerissen; heute steht an der Stelle das Seniorenhaus „Haus am Klosterhof“. 

Rund um den schönen Brunnen spielt sich im Sommer das Leben ab. Im Hintergrund der Neubau des Seniorenhauses.

Der Name des Hauses ist Programm: Das Leben der Bewohner spielt sich im Sommer wenn irgend möglich draußen unter dem Schatten des großen Baums ab. Auch viele Feste, Konzerte oder auch Gottesdienste unter freiem Himmel finden hier statt.

Der gut erhaltene Kreuzgang des Klosters lenkt den Blick zum „Ort der Stille“, wo früher die Nonnenkirche stand.

Besonders gut erhalten ist dieser Kreuzgang im jetzigen Verwaltungsgebäude der Diakonie Hochfranken. Man kann ihn jederzeit zu den üblichen Büro-Öffnungszeiten besichtigen. Der Ort der Stille lädt außerdem zum Innehalten ein und erinnert gleichzeitig an die lebhafte Geschichte des Klosters und der Nonnenkirche. Er ist frei zugänglich.

Tipp: Die Ausstellung „Prinzessin oder Nonne?“ widmet sich dem bewegten Leben der Margarethe von Brandenburg – einer Hohenzollern-Prinzessin, die gegen ihren Willen ins Hofer Kloster musste. Mit Mut, politischem Gespür und Standesbewusstsein erreichte sie persönliche Privilegien, Einfluss und ein bedeutendes Amt für eine Frau. Neben Margarethes Biografie führt die Ausstellung auch in die Geschichte des Hofer Klarissenklosters ein und zeigt die Lebenswelt eines adlig besetzen Frauenordens im Spätmittelalter.

Noch bis zum 13. April 2026 im Museum Bayerisches Vogtland