Von Palmsonntag bis Karfreitag: Am Palmsonntag ist Jesus auf einem Esel nach Jerusalem geritten, begleitet und gefeiert von seinen Anhängern – am darauffolgenden Freitag wurde er ans Kreuz geschlagen. Erst Jubel, dann elender Tod.

Heute werden Menschen im Internet gefeiert – aber wehe, sie sagen oder tun etwas, was der Menge nicht gefällt.

Heute wird keiner mehr ans Kreuz geschlagen, sagt Pfarrer Michale Zippel. „Aber dass Menschen bejubelt und gefeiert und nach kürzester Zeit beschimpft, verspottet und auf Social Media an den Pranger gestellt werden, das gibt es heute fast jeden Tag: Fußballer, die einen Lauf haben und bei denen es dann plötzlich nicht mehr läuft. Die ein Eigentor schießen oder sonst wie den Sieg der Mannschaft gefährden. Im Netz wird ihnen allzu oft sogar der Tod gewünscht.

Auch Politikern geht das manchmal so. Heute der erhoffte Messias, morgen der verhasste Versager. Und plötzlich bekommen sie Drohungen, gegen sich, gegen ihre Familie, schlimmstenfalls Todesdrohungen … Wieviel Mut gehört heute dazu, auch nur in der Kommunalpolitik Gesicht und Überzeugung zu zeigen! Mir macht diese Entwicklung Angst.“

Jesus hat gewusst, was auf ihn zukommt in dieser Woche vor Ostern, sagt Pfarrer Zippel. „Er hat davor auch Angst gehabt. Aber er hat es mit Absicht ausgehalten, weil er wusste, dass er weiter in Gottes Hand ist. Mir hilft diese Vorstellung!
Wir alle sind in Gottes Hand, im Jubel und im schlimmsten Moment. Er hält uns fest. In allem, was wir denken, tun und verantworten!“
Michael Zippel ist Pfarrer bei der Diakonie Hochfranken und Klinikseelsorger in Hof.
